Die Autonomie im Blick

Autonomie ist zum Schlüsselbegriff im Gesundheitswesen geworden - insbesondere für das Verhältnis zwischen Patientinnen und Patienten sowie pflegebedürftigen Menschen und den Personen, die deren Versorgung gestalten und sicherstellen. Im Mittelpunkt einer autonomiefördernden Versorgung steht die vulnerable Person, die informierte Entscheidungen über ihre Gesundheit selbstbestimmt trifft. Doch Selbstbestimmung und Wahrnehmung von Autonomie können in unterschiedlichen Konstellationen in Gefahr geraten.  

Forschungsschwerpunkt Autonomie im Gesundheitswesen

Der Forschungsschwerpunkt Autonomie im Gesundheitswesen AuGe verfolgt als Zielsetzung die Identifikation und das Herausarbeiten von autonomiegefährdenden Situationen und Strukturen in gesundheitsbezogenen Versorgungskonstellationen. Im Rahmen von Forschungsprojekten werden Möglichkeiten erarbeitet, die Selbstbestimmung von vulnerablen, von Krankheit oder Pflegebedürftigkeit betroffenen Personen zu stärken. Dabei wird empirische Rekonstruktion dieser Konstellationen sowie deren normative Reflexion gleichermaßen berücksichtigt und in die Erarbeitung von Lösungen und Konzepten einbezogen.

Aktuelles

AuGe am 3. und 4. März 2020 auf dem 1. Deutschen ACP-Kongress in Köln vertreten

Wo wir sind?

Der Forschungsschwerpunkt Autonomie im Gesundheitswesen ist an der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) und dem Institut für Angewandte Sozialwissenschaften (IFAS) angegliedert. Durch das breite Lehr- und Forschungsprofil der Fakultät und des Instituts stellen diese einen exzellenten Ort für praxisnahe und interdisziplinäre Forschung im Themenfeld Autonomie im Gesundheitswesen dar. Die Projektleiterinnen Prof. Dr. jur. Tanja Henking und Prof. Dr. phil. Silke Neuderth bringen im Rahmen der Forschungsarbeit primär die Perspektive der Rechtswissenschaft (Schwerpunkt Medizin- und Strafrecht) sowie der (Gesundheits-)Psychologie und Versorgungsforschung ein; diese werden ergänzt durch die Perspektiven der Medizin, der Pflege- und Gesundheitswissenschaft, des Pflegemanagements, der Sozialarbeitswissenschaft, der Kommunikationswissenschaften u.v.m.

Hochschulintern wird das Spektrum an beteiligten Disziplinen durch Kooperationen mit weiteren Fakultäten sowie hochschulübergreifend-regional durch eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Würzburg ergänzt.  

Interdisziplinär & interprofessionell

Die Bearbeitung komplexer Themen wie das der Autonomie im Gesundheitswesen macht eine Vielfalt an Perspektiven erforderlich. So unterschiedlich in ihrer Autonomie gefährdete Personengruppen, Professionen im Gesundheitswesen und Versorgungskonstellationen und -settings sind, so vielseitig müssen auch die Perspektiven auf den Gegenstand der Autonomie im Gesundheitswesen sein.

Durch ein interdisziplinär und interprofessionell besetztes Team aus Forschenden und durch unterschiedliche Vernetzungs- und Austauschformate ist sichergestellt, dass die Vielfalt der disziplinären Zugänge zur Identifikation von autonomiegefährdenden Konstellationen und bei der Erarbeitung von autonomiestützenden Konzepten gewährleistet ist.

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Vernetzt & kooperativ

Gemeinsam mit Praxispartnern im Gesundheitswesen Neues zu entwickeln ist ein zentraler gesellschaftlicher Gestaltungsauftrag der FHWS als Hochschule für angewandte Wissenschaften. Auch wir leisten dazu einen Beitrag: zusammen mit  innovativen Kooperationspartnern entwickeln wir im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Autonomie im Gesundheitswesen relevante Forschungsfragen im Themenfeld Autonomie im Gesundheitswesen und tragen bei zu einem gelingenden Theorie-Praxis-Transfer und zu Veränderungen in Strukturen und Prozessen der Gesundheitsversorgung.

Gleichzeitig tragen wir Sorge für eine transparente Forschungsarbeit und die Vermeidung von Interessenkonflikten gemäß den Standards guter wissenschaftlicher Praxis. 

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Wer uns fördert?

Ausgestattet mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ist es uns möglich, über eine Laufzeit von vier Jahren das erste Pilotprojekt Autonomie am Lebensende zu bearbeiten - und darüber hinaus den Forschungsschwerpunkt an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt zu etablieren und weitere Forschungsfragestellungen im Themenfeld Autonomie im Gesundheitswesen zu identifizieren. Damit ist es uns möglich, im Sinne angewandter Forschung einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen, die von Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung betroffen sind, zu leisten - und zu einem aktuellen, gesellschaftsrelevanten Thema zu forschen.